Krippenspiel-Musicals zum Heiligabend

27.12.2016 15:36:24 | mz-web@mail.de | Torsten Adam

Wenige Minuten vor dem geplanten Beginn des Heiligabend-Gottesdienstes beschleunigt sich bei Rita Swillus der Herzschlag. Das Lampenfieber vor der mit Spannung erwarteten Aufführung des Krippenspiel-Musicals hat auch die Vorsitzende des Alslebener Gemeindekirchenrates erfasst.

Als Sängerin im Chor will sie ihren Teil zum Gelingen der Christmette in ihrer evangelischen Gemeinde beitragen. Schließlich ist diese der Höhepunkt eines jeden Kirchenjahres, wie auch unschwer an der Besucherresonanz abzulesen ist. Mehr als 200 Menschen sind ins festlich-besinnlich geschmückte Gotteshaus geströmt, haben auf den Bänken beiderseits des Mittelgangs und auf der Empore Platz genommen.

Neben dem Altar im Chorraum steht der rausgeputzte Weihnachtsbaum, davor leuchtet ein großer gelber Stern - der Stern von Bethlehem. Mit dem gleichnamigen Lied eröffnet Pfarrer Thomas Meißner den Gottesdienst.

Der Stern spielt auch die zentrale Rolle im folgenden Krippenspiel, das diesmal keine Routine ist. Denn erstmals ist es in ein Musical eingebettet - nach der Vorlage von Reinhard Horn und Hans-Jürgen Netz. Seit September haben Kinder und ihre Mütter dafür einmal pro Woche geprobt, erzählt Chorleiterin Yvonne Bonk-Swillus, die für das Stück verantwortlich zeichnet.

Und nicht nur das, auch die Kostüme und Turbane sind selbst geschneidert. „Man wächst mit seinen Aufgaben“, sagt ihre Mutter Rita Swillus schmunzelnd. Wie ihre Tochter ist sie dankbar für die angebotene Unterstützung bei der Tontechnik durch den Alslebener Karnevalsverein Rot-Weiß. „Daniel Richter und Alexander Siersleben halfen uns schon bei den Proben.“

Die Generalprobe tags zuvor klappte nicht ganz. „Wir hatten unsere Pflichtpanne - König Herodes hat seinen Einsatz verpasst“, erzählt Yvonne Bonk-Swillus mit einem Lächeln. Das passiert bei der Premiere kein zweites Mal. Das wochenlange Üben hat sich gelohnt, alle Darsteller laufen zur Höchstform auf.

Die jüngsten von ihnen sind die fünfjährigen Mädchen Dorothea und Natalie, die mit schüchterner Stimme ihren Text als Berater von König Herodes aufsagen. Dieser schickt die drei Weisen aus dem Morgenland wieder weg, weil ihre Geschichte von der Geburt eines Königskindes nicht stimmen könne. So gelangen die Heiligen drei Könige, die weiter dem Stern am Himmel folgen, schließlich in den Stall von Bethlehem, wo Maria und Josef über ihr Neugeborenes wachen.

Vor dem verdienten Schlussapplaus für die Darsteller singen alle Anwesenden eine Strophe des Liedes „Wenn der Himmel unser Herz erreicht“ - eine Weihnachtsbotschaft, der nicht viel hinzuzufügen ist, wie Thomas Meißner meint. „Fürchtet euch nicht, Friede kommt auf Erden“, ruft der Geistliche den Gläubigen zu und mahnt sie zu Nächstenliebe: „Gegen alle Putins, Orbans und Bösewichte dieser Welt braucht es ein menschliches Wort.“ Als der gemeinsame Gesang zu „Stille Nacht“ durch die Kirche hallt, wird jedem endgültig bewusst: Weihnachten ist da! (mz)

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