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Abriss schafft Raum für neue Parkplätze

17.01.2014 15:09:00 | Mitteldeutsche Zeitung | Detlef Valtink

Ein einsturzgefährdetes Haus in Alsleben ist abgerissen worden. Die Anwohner sollen vom Umbau der Freifläche noch in diesem Jahr profitieren. Doch Abriss brachte auch neue Problem zu Tage - die alte Stadtmauer.

Ein Schandfleck, der den Alslebenern schon lange auf den Magen geschlagen war, ist Geschichte. Innerhalb weniger Tage hat ein von der Stadt beauftragtes Bauunternehmen das einsturzgefährdete Wohnhaus Scheunenstraße 1 abgerissen. Und damit im Rahmen der Stadtkernsanierung die Grundlagen geschaffen, dass hier im Verlauf des Jahres neue Parkplätze entstehen können. Acht bis zehn Stellflächen sollen es werden, die von benachbarten Anwohnern dann angemietet werden können.

„Da es in den engen Straßen kaum Möglichkeiten zum Parken gibt, gehen wir davon aus, dass das Angebot angenommen wird“, hofft Alslebens Bürgermeister Reinhard Schinke (CDU). In erster Linie war es aber wichtig, die Gefahr für den sogenannten öffentlichen Raum abzuwenden. Denn es war nicht auszuschließen, dass aus der Ruine Teile abbrechen und Passanten verletzt werden.

Mit dem Abriss wurde gleichzeitig ein Teil der alten Stadtmauer freigelegt und ein neues Problem aufgeworfen. Auch wenn erst in den nächsten Tagen die notwendigen Gespräche mit der Denkmalschutzbehörde geführt werden, ist es absehbar, dass die Mauer nicht nur saniert, sondern zusätzlich auch abgestützt werden muss.

Investitionen müssen mindestens bis zum Sommer warten

„Wir werden abwarten, was die Experten dazu sagen“, so der Bürgermeister. Geduld wird Reinhard Schinke auch mit dem Ausbau der Parkplätze haben müssen. Mit der Umstellung auf die doppische Haushaltsführung in der Verbandsgemeinde Saale-Wipper werden die Alslebener voraussichtlich frühestens Mitte des Jahres über einen bestätigten Haushalt verfügen. Und erst dann können weitere Investitionen veranlasst werden. Denn schon die Finanzierung der Abrissarbeiten stand auf der Kippe, da Alsleben voriges Jahr erst sehr spät seinen Haushalt genehmigt bekommen hatte.

Und die Saalestadt musste notgedrungen selbst in die Tasche greifen, da der ehemalige Eigentümer nicht in der Lage war, das Haus zu erhalten. So lagen zwar schon im Jahr 2010 alle Abrissgenehmigungen vor, doch ohne Klärung, ob der Eigentümer nicht doch finanziell zur Verantwortung gezogen werden kann, konnten die Bagger nicht anrücken.