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In Erinnerung an Fritz Schaper

17.01.2016 23:00:00 | mz-web@mail.de | Mitteldeutsche Zeitung

Alsleben möchte seinem großen Sohn Fritz Schaper mehr Aufmerksamkeit schenken. Deshalb soll sein Denkmal möglicherweise einen neuen Standort erhalten. Damit sollen Touristen mehr über den Bildhauer erfahren.

Alslebens Bürgermeister Reinhard Schinke hat angekündigt, dass der Stadtrat sich in diesem Jahr mit der Frage auseinandersetzen wird, ob und in welcher Form das Schaper-Denkmal umgestaltet oder versetzt werden kann. Nach der Modernisierung des Radweges entlang der Saale ist das schlichte Denkmal mit dem Kopfrelief des großen Sohnes der Stadt von den Besuchern nur seitlich einzusehen. Umgangssprachlich zeigt der Gedenkstein den Touristen die kalte Schulter. „Deshalb wollen wir darüber diskutieren, ob wir das Denkmal eventuell anders platzieren“, erklärt Reinhard Schinke.

Professor Hugo Wilhelm Friedrich Schaper, der am 31. Juli 1841 in Alsleben geboren wurde und am 29. November 1919 in Berlin verstarb, wurde zu seinem 46. Geburtstag die Ehrenbürgerschaft in Alsleben zuerkannt. Er hat sich als Bildhauer in Deutschland verdient gemacht. Zu seinen größten Bewunderern gehört Kaiser Wilhelm, dem der Ausspruch zugeordnet wird: „Schaper ist das Rückgrat meiner Künstlerschaft.“

Herausragende Leistungen würdigen

Bevor es soweit kommen konnte, reifte bei Schaper nach dem Besuch der Weltausstellung in Paris der Entschluss, sich künstlerisch zu verselbstständigen. Seine handwerklichen Grundlagen erlangte er an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin Und die waren so gut, dass nach ersten eigenen Arbeiten auch schnell zahlreiche öffentliche Aufträge angefragt wurden. Dazu gehören das Reiter-Standbild Kaiser Wilhelm I. in Aachen oder das Giebelrelief an der Hauptfassade des Reichstagsgebäudes in Berlin.

Die Stadt ehrte ihren großen Sohn auch dadurch, dass die Straße in Richtung Gnölbzig seinen Namen trägt. „Die Ehrung Fitz Schapers wollen wir als Ermutigung verstehen, auf Menschen zu achten, welche mit herausragenden Leistungen aus der Menge hervortreten“, hatte Gerhard Müller, Vorsitzender des Heimatvereines, anlässlich des Gedenken zum 95. Todestages des Bildhauers erklärt. Zudem solle das Denkmal auch stets daran erinnern, dass die Pflege der Gemeinschaft vor dem Gestalten des individuellen Wohlstandes Vorrang habe. (mz)