„Schifferstadt“ Alslebener stimmen über Namen ab

31.07.2016 22:00:00 | mz-web@mail.de | Oliver Müller-Lorey

Am 4. September können die Alslebener im Wahlbüro gleich zwei Wahlzettel in die Urne stecken. Zum einen - das ist lange bekannt - entscheiden sie über ihren neuen Verbandsgemeinde-Bürgermeister. Neu ist hingegen, dass sie am selben Tag auch über einen möglichen Beinamen für die Stadt Alsleben befragt werden. Mehrere Stadträte hatten vorgeschlagen, die Stadt in „Schifferstadt Alsleben“ umzubenennen (MZ berichtete). Auf der vergangenen Stadtratssitzung wurde die Befragung nun endgültig beschlossen.

Ganz wichtig ist: Die Alslebener entscheiden dabei nicht darüber, ob die Stadt umbenannt wird. Durch die Befragung will der Stadtrat nur herausfinden, ob sie eine Umbenennung überhaupt unterstützen würden. Die letzte Entscheidung - sollte ein Großteil der Alslebener für die Umbenennung stimmen - hat der Stadtrat. Formell gesehen handelt es sich deshalb auch um eine Bürgerbefragung und nicht um einen Bürgerentscheid.

Unumstritten ist die Befragung unter den Stadträten ganz und gar nicht. Fast wäre die Abstimmung darüber sogar gescheitert, weil gleich zwei Fraktionen Änderungsanträge stellten. Zunächst ergriff Gerhard Müller von der Unabhängigen Wählervereinigung Alsleben (UWV) das Wort und wollte eine mögliche Befragung erst im Kulturausschuss und dann im Stadtrat besprechen. Der Grund: Die Bezeichnung „Schifferstadt“ allein reiche möglicherweise nicht. Denkbar sei auch der Zusatz „Mühlen- und Schifferstadt“.

Auch von der Fraktion der Linken gab es Protest. Fraktionsvorsitzender Peter Matern kritisierte, dass noch nichts über die möglichen Kosten einer Umbenennung bekannt sei. „Wir brauchen mehr Vorbereitung, müssen die Bevölkerung mitnehmen und nicht überrennen“, sagte er. Wichtiger als die Umbenennung, die sowieso nur ein „Sahnehäubchen“ für die Entwicklung des Tourismus sein könne, sei es, den Schiffsanleger endlich wieder zu aktivieren.

Deshalb werde seine Fraktion die Entscheidung, ob eine Befragung stattfinden soll, in den Hauptausschuss zurückweisen. Das wiederum empörte die CDU/FDP-Fraktion, die eine schnelle Entscheidung wollte. „Wäre der Antrag in den Hauptausschuss zurückgegangen, wäre es zeitlich schon schwierig geworden“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Alexander Siersleben. Man wollte schließlich die Abstimmung zeitgleich mit der Bürgermeisterwahl abhalten. Und außerdem: Jetzt schon über Kosten zu sprechen, sei zu früh, denn es gehe ja erst einmal darum, ein Meinungsbild einzuholen.

Außerdem würden sich die möglichen Kosten sowieso in Grenzen halten, denn geändert wird streng genommen nicht der Stadtname „Alsleben (Saale)“, sondern die Bezeichnung „Stadt“. Da auf den Personalausweisen und anderen Dokumenten der Alslebener die Bezeichnung, also „Stadt“, gar nicht draufsteht, würde eine Änderung der Bezeichnung in „Schifferstadt“ auch keinen Tausch von Dokumenten notwendig machen. (mz)