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Kinderland im alten Bahnhof in Alsleben Party zum zehnten Geburtstag

03.08.2016 11:03:35 | mz-web@mail.de | Susanne Schlaikier

Ein bisschen aufgeregt war Sophie Grahl schon. Das gehört bei Geburtstagen ja irgendwie dazu. Aber dieses Mal war sie doch wohl ein bisschen nervöser als sonst, denn die Kita „Kinderland im alten Bahnhof“ in Alsleben feierte am 1. August ihren zehnten Geburtstag. Und Gesellschafterin Sophie Grahl sollte nun vor den zahlreichen Gästen - Kinder, Eltern, Großeltern, Verwaltungsmitarbeiter und, und, und - eine Rede halten. Da ist es verständlich, dass sie sich ein paar Notizen auf Papier gemacht hatte, an dem sie sich auch ein wenig festhalten konnte. Die 32-Jährige blickte zurück auf die Anfänge der Kita in dem historischen Gebäude, an dem einst schwere Güterwaggons von und zur Zuckerfabrik vorbeirollten.

Vor zehn Jahren mussten nicht nur der Eigentümer des Geländes - die Saalemühle - von der Idee überzeugt werden, sondern auch der Landkreis und die Sparkasse. Und das in einer Zeit, in der immer weniger Kinder geboren wurden und es immer mehr Einwohner wegzog. „Es war ein Wagnis“, wie Sophie Grahl sagt. Doch sie und ihre frühere Mitgesellschafterin Adelgund Anderson glaubten an den Erfolg der privaten Kita. Vor allem wollten die beiden Frauen keine Riesen-Einrichtung, sondern eine individuelle Betreuung anbieten.

„Bei uns sollte es wie in einer großen Familie zugehen“, erläutert Grahl die Geschäftsidee. Doch bis es soweit war, musste das Gebäude, das bis zur Wende noch eine Gaststätte beherbergte, aus seinem „Dornröschenschlaf“ geweckt werden, wie es Grahl romantisch umschrieb. Heißt: Es musste saniert und umgebaut werden. Vieles sei seinerzeit in Eigenleistung realisiert worden.

Während anfangs 13 Kinder die Einrichtung besuchten, sind es heute durchschnittlich 56. Platz ist für maximal 62 in Kita und Hort. Man befinde sich heute in „ruhigem Fahrwasser“, sagte Grahl in Anlehnung eines maritimen Sprichworts. Das heißt, die Kredite seien abbezahlt, die gGmbH steht auf finanziell sicheren Füßen. Zuletzt zum Jahreswechsel 2015/16 habe man sämtliche Räume der Kita unter Einbeziehung der Kinder renoviert und umgestaltet, so Grahl. Überhaupt stünden die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt des Kita-Alltags, betont die 32-Jährige. Ein Ansatz, der Susanne Wolfram überzeugt hat. Die Mama von Joshua (6) hatte sich bewusst für das „Kinderland“ entschieden. „Die Einrichtung ist nicht so groß, richtig familiär“, findet sie. Das können die Kinder bestätigen: Joy (9) und Julia Carolin (10) haben sich in der Kita, und zuletzt im Hort, immer wohl gefühlt. „Die Erzieher haben sich mit uns beschäftigt und sich immer auf uns konzentriert“, sagt Julia.

Zu einem Geburtstag gehören aber nicht nur Reden und zahlreiche Gäste, sondern auch Kuchen, von dem es eine große Auswahl gab, Geschenke sowie Unterhaltung. Zu letzterer gehörte unter anderem der Auftritt einer Line-Dance-Gruppe, eine Mini-Playback-Show, Kinderschminken und eine Hüpfburg. (mz)