mein alsleben 

Baustelle in Alsleben - Haarscharf am Schwarzbau vorbei

23.10.2016 15:22:49 | mz-web@mail.de | Sabine Herforth
feuerwehr

Schön ist der Platz zwischen Friedhof und Feuerwehr in Alsleben nicht. Erdberge türmen sich hinter einem Absperrband. Ein Parkplatz für die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr soll hier entstehen, damit Einsätze nicht durch Parkplatzsuche der Einsatzkräfte verzögert werden. Dass Anwohner seit Monaten auf eine unfertige Baustelle blicken müssen, hat einen einfachen Grund: Der Bauantrag wurde versäumt. Aber von wem?

„Die Feuerwehr ist Aufgabe der Verbandsgemeinde“, erklärt Jan Ochmann, stellvertretender Bürgermeister Alslebens. Somit fiele auch der Bau eines Parkplatzes in ihre Verantwortung. Die Kosten würden auf die Verbandsgemeinde zurückfallen. Um Geld zu sparen, wollten sich Ehrenamtliche des Projektes annehmen. „Wir haben hier einen Verein zur Unterstützung der Feuerwehr“, erklärt Ochmann. Dieser hatte angeboten, selbst Hand anzulegen und suchte als geeignete Fläche einen Teil des angrenzenden Friedhofs aus.

Der Stadtrat stimmte zu, das Areal zur Verfügung zu stellen. „Damals haben wir zu schnell losgelegt“, gibt Karsten Höppner, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Freiwilligen Feuerwehr Alsleben und stellvertretender Wehrleiter, zu. Denn die Ehrenamtlichen begannen sofort, trugen die Mauer ab und schütteten die Erdmassen auf. Doch gerade noch rechtzeitig - bevor die eigentlichen Baumaßnahmen begannen - wurde das Projekt gestoppt. Die Beteiligten hatten versäumt, rechtzeitig eine Baugenehmigung einzuholen.

Seither steht die Baustelle still. „Dass das kein haltbarer Zustand ist, wissen die Kameraden auch“, zeigt Jan Ochmann Verständnis. Durch interne Missverständnisse sei der Antrag versäumt worden, sieht Karsten Höppner das Versäumnis im Verein. Nachdem die Baustelle nun aber wiederholt im Stadtrat thematisiert wurde, habe dieser ein Planungsbüro damit beauftragt, den fehlenden Antrag einzureichen.

„Wir können das als Laien nicht selber machen“, begründet Karsten Höppner. Die Kritik sei durchaus berechtigt, gestand auch Alex Siersleben (CDU), selbst Mitglied der Feuerwehr, in der jüngsten Stadtratsitzung ein: „Ich denke, dass alle Beteiligten auch daraus gelernt haben.“

Bis vor zwei Jahren parkten die Kameraden ihre Privatfahrzeuge im Falle eines Einsatzes notgedrungen in der eigenen Einfahrt und blockierten damit eine Ausfahrt, berichtet Karsten Höppner. Nachdem ein neues Fahrzeug angeschafft wurde, ging das nicht mehr. Sie wichen auf die umliegenden Straßen aus, die häufig zugeparkt waren.

„Die Parkplätze rings um die ehemalige Grundschule, die nun geschaffen wurden, gab es damals noch nicht“, erklärt Jan Ochmann. Dadurch habe sich die Situation für die Feuerwehrleute etwas entspannt. Ein eigener Parkplatz sei dennoch nötig, um bei Alarm Privatfahrzeuge bedenkenlos abzustellen und ohne Verzögerung zum Einsatz fahren zu können, so Karsten Höppner.

Bis die Baugenehmigung vorliegt, wird sich auf der Baustelle nichts tun. „Wer sich darüber aufregt, den bitte ich um Geduld“, appelliert Jan Ochmann. Er hofft, dass bis zum Frühjahr alles fertig ist. (mz)

– Quelle: http://www.mz-web.de/24955564 MZ © 2016